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Engagement, Mut und Verantwortung für das Klinikum

13. Dezember 2019

Irmtraut Gürkan nach 16 Jahren von ihrem Amt als Kaufmännische Direktorin zurückgetreten

Gradlinig, konsequent, die Interessen des Universitätsklinikums Heidelberg immer im Blick: Genau so, wie Irmtraut Gürkan als Kaufmännische Direktorin 16 Jahre die wirtschaftlichen Geschicke des Klinikums leitete, waren auch ihre Worte zum Abschied. „Die Entwicklung der vergangenen Monate hat deutlich gemacht, dass die Strukturen und Prozesse des Klinikums, vor allem in Hinblick auf seine Töchter und Ausgründungen, deutlicher definiert werden müssen. Eine konstruktive Aufarbeitung bedingt eine vertrauensvolle enge Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat. Diese ist nicht mehr möglich. Daher habe ich mich entschlossen, von der Position der Kaufmännischen Direktorin zum 31. Juli 2019 zurückzutreten.“

Als Irmtraut Gürkan am 1. Januar 2003 nach Heidelberg kam, stand das Klinikum vor großen Herausforderungen: Als Folge eines Spardiktats in Gesundheitswesen und Landeshaushalt sollten bis Ende des Jahres 24 Millionen Euro eingespart werden. Zudem stand die Einführung der Fallpauschalen, die eine grundlegende Änderung der Krankenhausfinanzierung mit sich ziehen würde, unmittelbar bevor. Viele Entscheidungen – ob die Zusammenlegung von Stationen und Laboren, Budgeteinsparungen in den Kliniken und der Verwaltung, die Gründung der Klinik Service GmbH und der Klinik Technik GmbH oder die Zusammenführung aller Schulen zur Akademie für Gesundheitsberufe – betrafen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Am Ende waren sie aber wichtig und notwendig, um das Klinikum zukunftsfähig zu machen.

Wesentlich war für Irmtraut Gürkan die Intensivierung der Baumaßnahmen. 2015 sagte sie in einem Porträt der Zeitschrift für Führung und Personalmanagement in der Gesundheitswirtschaft: „Ohne Investitionen sind keine Innovationen und keine Prozessverbesserungen möglich. Am Universitätsklinikum Heidelberg haben wir uns deshalb dazu entschieden, notwendige Baumaßnahmen auch selbst über Darlehen zu finanzieren.“ So wurde durch eine stete Bautätigkeit die Basis für eine moderne, effiziente Patientenversorgung, Forschung und Lehre mit hoher Qualität gelegt: Eröffnet wurden in ihrer Amtszeit u. a. die Neubauten der Medizinischen Klinik, der Kinderklinik, des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT, des Pathologischen Instituts und der Frauen- und Hautklinik. Die Inbetriebnahme der Chirurgischen Klinik im Jahr 2020 ist der vorletzte Baustein im „Heidelberger Klinikring“. Ein weiterer Höhepunkt war die Eröffnung des Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrums HIT im Jahr 2009, bei dem das Klinikum mit unternehmerischem Mut die Hälfte der Investitionskosten von 119 Millionen Euro aufgebracht hat. Große Bedeutung hatten auch die Integration von Thoraxklinik und Stiftung Orthopädische Universitätsklinik in das Universitätsklinikum. Weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit war der Ausbau der Kooperationen mit umliegenden Krankenhäusern. Diese Vernetzung des Klinikums in der Region brachte ihr 2014 den Titel „Managerin des Jahres“ ein, verliehen vom Gesundheitswirtschaftsmagazin „kma“. Das Modell ist „effizient und patientenorientiert und könnte als Vorbild für künftige Versorgungsstrukturen dienen“, so das Credo der Jury damals.

Mit ihrem Rücktritt ermöglicht Irmtraut Gürkan nun den vom Aufsichtsrat gewünschten Neuanfang: „Mir liegt das Wohl des Klinikums mit seinen Mitarbeitern sehr am Herzen, so dass ich meine persönlichen Interessen zurückstelle. Ich bedanke mich, dass ich 16 Jahre lang die Geschicke des Klinikums mitgestalten durfte. Die Weiterentwicklung des Campus mit seinen weitreichenden und ambitionierten Bauvorhaben war mir stets ein besonderes Anliegen. Ich wünsche dem Klinikum und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Zukunft alles Gute.“

Karriere im Gesundheitswesen

1952 geboren im nordhessischen Ziegenhain

1976 Abschluss des Studiums zur Volkswirtschaftslehre in Göttingen, Thema der Diplomarbeit: Vergütungssystem der Kassenärzte

1977 AOK Frankfurt, Schwerpunkt: Verträge mit den Krankenhäusern

1979 Wechsel an das Universitätsklinikum Frankfurt, zunächst als Projektleiterin für die Einführung der kaufmännischen Buchführung

1984 Stellvertretende Verwaltungsdirektorin Universitätsklinikum Frankfurt

1990 Verwaltungsdirektorin Universitätsklinikum Frankfurt

2002 Kaufmännische Direktorin Universitätsklinikum Frankfurt

2003 Kaufmännische Direktorin Universitätsklinikum Heidelberg

 

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