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In 50 Jahren viel bewegt

23. August 2019

Mit dem Ruhestand von Gabriele Oppenheimer und Herbert Beck geht eine Ära im Personalrat des Klinikums zu Ende

Bedeutsamer Einschnitt für den Personalrat des Universitätsklinikums Heidelberg: Im Sommer verabschiedeten sich die 1. Vorsitzende Gabriele Oppenheimer und der 1. Stellvertreter Herbert Beck in den Ruhestand. Zuvor waren die Beiden jeweils knapp 50 Jahre für das Klinikum und fast genauso lange für den Personalrat aktiv. Eine Zeit, in der Gabriele Oppenheimer und Herbert Beck viel bewegten und sich sowohl bei den Beschäftigten als auch den Verantwortlichen in Vorstand und Personalabteilung des Klinikums Respekt und Achtung verdienten. Folglich kamen zur Verabschiedungsfeier neben dem Vorstand auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums – und zwar quer durch alle Berufsgruppen. Auch die nationale Speerspitze der Gewerkschaft ver.di, allen voran der 1. Vorsitzende Frank Bsirske, die ehrenamtliche Gewerkschaftsratsvorsitzende Monika Brandl, sowie weitere Teile des Bundesvorstands, machte ihre Aufwartung.

Gabriele Oppenheimer startete ihre Laufbahn am Klinikum 1970 als Laborantin in der Medizinischen Klinik. „Damals“, so Pflegedirektor Edgar Reisch in seiner Rede zur Verabschiedung, „betrug die Wochenarbeitszeit im öffentlichen Dienst noch 43 Stunden und Arbeiter wurden gerade erst bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall den Angestellten gleichgestellt.“ Ein gewerkschaftliches Engagement für die Gesundheitsbranche gab es erst seit Ende der 60er Jahre, ungleiche Einkommensverhältnisse und regionale Unterschiede in der Krankenversorgung waren an der Tagesordnung und an Arbeitsschutz und Prävention war kaum zu denken. Bedingungen, die bei der mit einem großen Gerechtigkeitssinn ausgestatteten Gabriele Oppenheimer auf fruchtbaren Boden fielen. Bereits einige Jahre später, sie hatte da gerade die Ausbildung zur Medizinisch-technischen Assistentin erfolgreich abgeschlossen, stieß sie zum Personalrat. 1985 wurde sie zur ersten Vorsitzenden gewählt – ein Amt, das sie bis zu ihrer Pensionierung im Juli 2019 Inne hatte. An wie vielen Verhandlungen zu Tarifverträgen oder Dienstvereinbarungen die gebürtige Wieslocherin in dieser Zeit beteiligt war, lässt sich im Nachhinein nur noch schwerlich sagen. Wer es allerdings mit Gabriele Oppenheimer „zu tun bekam“, traf auf alles andere als eine leichte Verhandlungspartnerin. Mit Gradlinigkeit, Ausdauer, diplomatischem Geschick und einem starken Team im Rücken verstand es die hervorragende Kennerin des Klinikums, immer wieder gute Lösungen im Sinne der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erarbeiten. Von diesen profitieren die Beschäftigten noch immer: Der TVUK als „eigener“ Tarifvertrag der vier baden-württembergischen Uniklinika oder Vereinbarungen zu Freizeitausgleich und Chancengleichheit sind nur einige der Errungenschaften, an denen sie ihren Anteil hatte.

Als Herbert Beck 1975 an der Kinderkrankenpflegeschule seine Ausbildung begann, war er ein echter „Exot“: Er war der erste Mann, der in Heidelberg die Ausbildung begann und drei Jahre später mit der Note „gut“ auch beendete. Auch wenn es damals im Gegensatz zu heute noch keine tariflich geregelte Übernahmeregelung gab, wurde der im südhessischen Lampertheim geborene Beck nach seiner Ausbildung übernommen und arbeitete fortan in der Kinderklinik. Sein Wirken im Personalrat begann 1989 zunächst als Mitglied, später dann war er 1. Stellvertreter der Vorsitzenden Gabriele Oppenheimer und ab 2010 Vorsitzender des Gesamtpersonalrats. Zu seinen Steckenpferden gehörte die Untersuchung zur psychischen Gefährdungsbeurteilung im Pflegedienst. Dieses gemeinsam mit den Personalräten der Universitätskliniken Ulm, Tübingen und Freiburg erarbeitete Projekt mündete schließlich am Universitätsklinikum Heidelberg in einer großen Umfrage: Begleitet vom Max Weber Institut für Soziologie der Universität Heidelberg wurden 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Pflegedienst zu Arbeitsbelastung und -zufriedenheit befragt. Die Arbeitsgruppe der vier Personalräte wurde hierfür mit dem Deutschen Personalräte-Preis in Silber ausgezeichnet, Herbert Beck durfte den Preis mit seinen Mitstreitern in Berlin von Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), entgegen nehmen. Weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit war die kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung der Beschäftigten am Klinikum. Auf diesem Gebiet wurde er zu einem national und international anerkannten Experten, dessen Wort sowohl bei der Internationalen Arbeitskonferenz der UNO als auch beim Europäischen Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst Gehör fand.

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