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Beim ChaChaCha schöpft sie neue Energie für ihren Beruf als Lehrorthoptistin

27. Mai 2019

Rabea Schmidt, Lehrorthoptistin und Vizeweltmeisterin im „Line Dance“, ist UKHD-Repräsentantin für die am 28. Mai beginnende bundesweite Kampagne der deutschen Universitätsklinika

Mit einer landesweiten Aktion setzen die deutschen Universitätsklinika ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Offenheit. „Wir sind Vielfalt. 190.000 Gesichter der Universitätsmedizin“ heißt die Kampagne, die pünktlich zum „Diversity-Tag“ am 28. Mai gestartet wird. Heidelberger „Gesicht“ der Kampagne ist Rabea Schmidt, die als Lehrorthoptistin in der Universitäts-Augenklinik in der Kopfklinik arbeitet. Gemeinsam mit ihren 33 Kolleginnen und Kollegen der anderen Universitätsklinika in Deutschland, die jeweils ihr Klinikum in der Vielfalts-Kampagne vertreten, setzt sich Rabea Schmidt für Vielfalt, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung in der Arbeitswelt ein.

Am Universitätsklinikum Heidelberg stehen 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 129 verschiedenen Ländern in über 160 Berufen für Vielfalt und ein buntes, lebendiges Miteinander. Vielfalt sowohl beruflich als auch privat verkörpert Rabea Schmidt: Als eine von nur neun Orthoptistinnen am Klinikum arbeitet sie in der Sektion Schielbehandlung und Neuroophthalmologie der Augenklinik. Zusätzlich geht die 46-Jährige einem ausgefallenen und seltenen Hobby nach: Dem „Line Dance“. Bei diesem Tanz bewegen sich alle Tänzer synchron nach gleichen Schrittfolgen. Rabea Schmidt gehört zu den gerade einmal 50 Menschen in Deutschland, die den Sport semiprofessionell auf Turnierebene betreiben. Und das sehr erfolgreich: Die mehrfache Deutsche und internationale Meisterin ertanzte sich 2015 im Bereich Solotanz den Titel der Vizeweltmeisterin und errang im Februar diesen Jahres bei den Weltmeisterschaft den dritten Platz.

In ihr Hobby investiert Rabea Schmidt viel Zeit, Geld und einen Großteil des Jahresurlaubs für die Teilnahme an Turnieren. Die finden schon mal, wie z. B. bei der Weltmeisterschaft 2015, in Florida statt. Am „Line Dance“ begeistert sie vor allem die Vielseitigkeit. Rabea Schmidt erzählt: „Man tanzt zu unterschiedlichen Musikstilen wie z.B. Country, Hiphop, Rock oder Pop. Es fließen Tanzelemente aus dem Latein-und Standardtanzbereich ein. So werden Walzer und ChaChaCha getanzt, aber auch Swing und Showtanz stehen auf dem Programm.“ Während bei einem Turnier die Choreographie fest vorgegeben und von allen Konkurrenten gleichzeitig auf dem Parkett vorgestellt wird, ist die Ausarbeitung der Tänzer frei: „Es kommt darauf an, wie ich mich zur Musik bewege, auf Styling und Ausstrahlung“, so Rabea Schmidt. An ihrem ChaChaCha-Kleid beispielsweise nähte sie acht Wochen. „Meine Kleider nähe ich selbst. Dazu machte ich extra einen Nähkurs.“ Ein Bestandteil der Kleidung ist allerdings Pflicht: Zum Line Dance gehören Tanzstiefel, nicht nur bei Country-Musik, auch Walzer oder ChaChaCha werden in Stiefeln getanzt.

„Es kommt darauf an, wie ich mich zur Musik bewege, auf Styling und Ausstrahlung“

Zweimal unter der Woche und am Wochenende ist Training angesagt. Vor Turnieren kann das aber auch mal deutlich länger sein. „Manchmal“, so Rabea Schmidt, „lerne ich neue Choreografien auch zu Hause und probiere verschiedene Bewegungen im Wohnzimmer aus.“ Zum Glück hat ihr Lebensgefährte inzwischen auch den Turniertanzsport für sich entdeckt und die Beiden teilen sich ihr aufwändiges Hobby. Für Rabea Schmidt ist die Unterstützung durch ihre Familie ganz wichtig: „Sie gibt ehrliche Feedbacks und unterstützt bei den Turnieren, sei es als Hilfe beim Umkleiden zwischen den Auftritten, beim Filmen der Tänze oder beim Daumen drücken. Die Familie tröstet bei Niederlagen und jubelt bei Erfolgen.“

„Da es in Deutschland nur 14 Schulen für die Orthoptisten-Ausbildung gibt, sind solche Stellen wie hier an Klinikum und Akademie für Gesundheitsberufe selten. Da war das Angebot aus Heidelberg wie ein Sechser im Lotto.“

Im Gegensatz zu ihrem bewegungsintensiven Hobby ist der Beruf von Rabea Schmidt eine ruhige Angelegenheit. Als Orthoptistin in der Augenklinik untersucht sie Patienten aller Altersstufen mit Sehschwächen, Schielen oder Bewegungsstörungen der Augenmuskulatur, überwiegend im Sitzen, mit viel Ruhe und Fingerspitzengefühl. Neben der Diagnostik und Besprechung der weiteren Therapie gehört ein großer Teil des Arbeitstages der Ausbildung der Orthoptistenschülerinnen und Schüler der Akademie für Gesundheitsberufe AfG Heidelberg. Für Rabea Schmidt die ideale Kombination: „Schon während meiner Ausbildung war es mein Wunsch, später am liebsten in einem Universitätsklinikum mit angeschlossener Lehranstalt für Orthoptisten zu arbeiten. So kann ich einen tollen Beruf ausüben und gleichzeitig den Auszubildenden die große Bedeutung in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung vermitteln.“ Als sich ihr 1995 nach ihrer Ausbildung in Gießen die Möglichkeit eröffnete, am Universitätsklinikum Heidelberg zu arbeiten, musste sie nicht lange überlegen. Sie erinnert sich: „Da es in Deutschland nur 14 Schulen für die Orthoptisten-Ausbildung gibt, sind solche Stellen wie hier an Klinikum und Akademie für Gesundheitsberufe selten. Da war das Angebot aus Heidelberg wie ein Sechser im Lotto.“

„Tanzen hält jung, trainiert nicht nur die Koordination und die Muskulatur, sondern auch den Geist.“

Ein Sechser im Lotto wäre auch ein weiterer Erfolg bei der nächsten Weltmeisterschaft, die 2020 in Nashville/Tennessee in den USA stattfindet. Doch auch, wenn es mit dem ersehnten Titel nichts wird, wird Rabea Schmidt dem „Line Dance“ weiter die Treue halten. „Beim Tanzen kann ich den Arbeitsalltag völlig vergessen und konzentriere mich nur auf die Musik und die Choreografie. Daraus schöpfe ich neue Energie für den Beruf. Tanzen hält im Übrigen jung, trainiert nicht nur die Koordination und die Muskulatur, sondern auch den Geist.“

VUD-Kampagne „Vielfalt“

Die 34 deutschen Universitätskliniken und ihre über 190.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz. Das Zusammenspiel verschiedener Menschen, Kulturen und Nationen in medizinischer Versorgung, Forschung und Lehre trägt maßgeblich dazu bei, Patientinnen und Patienten bestmöglich zu versorgen und neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

Mit einer deutschlandweiten Aktion setzen die deutschen Universitätsklinika ein sichtbares Zeichen für Vielfalt, Toleranz und Offenheit. Dazu werden am „Diversity-Tag“ am 28. Mai u.a. Banner mit Porträts von realen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Gebäuden der Unikliniken gehisst. Sie symbolisieren die Vielfalt der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Zeitgleich werden die Geschichten dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Start der Kampagne auf verschiedenen Kanälen verbreitet. Es geht um ihre beruflichen Herausforderungen an einer Uniklinik, die Zusammenarbeit in Teams, aber auch um Persönliches wie Herkunft und Lebenskonzepte.

Weitere Informationen finden Sie auf der >> Homepage des VUD

Weitere Informationen:

>> Universitätsklinikum Heidelberg, Augenklinik, Sektion Schielbehandlung und Neuroophthalmologie

>> Orthoptistenschule am Universitätsklinikum Heidelberg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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