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Doppelte Auszeichnung für Heidelberger Arthrose-Forscher

4. März 2019

Wer: Nicole Hecht, M.Sc., Doktorandin von Prof. Richter, Lehrstuhl für Experimentelle Orthopädie und Privatdozent Dr. Babak Moradi, kommissarischer Geschäftsführender Ärztlicher Direktor der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie –

Was: Der Wilhelm-Roux-Preis kürt den besten Vortrag auf dem Gebiet der Grundlagenforschung auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) und ist mit 5.000 Euro dotiert. Dieses Jahr erreichten zwei Vorträge die Höchstpunktzahl und die Auszeichnung wurde an zwei Preisträger verliehen.

Wofür:  Arthrose ist die häufigste Erkrankung des Haltungs- und Bewegungsapparats (also Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder etc.). Es stehen keine medikamentösen Therapien zur Verfügung, um die zellulären und molekularen Prozesse, die entscheidend zum Fortschreiten der Arthrose beitragen, aufzuhalten. Beide Vorträge decken neue Zusammenhänge auf, die künftig von therapeutischem Nutzen sein könnten, um das Voranschreiten der Arthrose abzuwenden.

Die Arbeit von Nicole Hecht befasst sich mit der Knorpelmatrix des Gelenks, einer bestimmten Knorpelsubstanz, die u.a. aus kollagenem und elastischem Bindegewebe und Wasser besteht. Während der Entstehung von Arthrose verliert das Gelenk zunehmend an Knorpelmatrix und die biomechanischen Eigenschaften des Gewebes verändern sich. Die ausgezeichnete Studie der Arbeitsgruppe von Prof. Richter, die Nicole Hecht präsentierte, deckt erstmals die nachhaltige Bedeutung der Knorpelmatrix und deren Gehalt an sogenannten WNT/β-catenin-Molekülen für die Belastbarkeit von Knorpelzellen auf. Sie zeigt, dass bei einer Verringerung des Molekülgehalts die Knorpelzellen besser auf Belastung reagieren. Die Ergebnisse liefern attraktive neue Ansätze, um über Erniedrigung der WNT/β-catenin-Moleküle und gleichzeitiger Bewegung Gelenke vor Arthrose zu schützen. Die Studie ist Teil der DFG-Forschergruppe „ExCarBon“ und wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützt.

Die Arbeit von PD Dr. Moradi befasst sich mit den Prozessen der Inflammation, also der Entzündung im Gelenk. Diese Entzündung wird durch körpereigene Zellen des Immunsystems in Gang gesetzt und aufrechterhalten. Die genaue Entschlüsselung dieser entzündlichen Prozesse ist entscheidend, um neue therapeutische Ansätze in der Behandlung der Arthrose zu entwickeln. Dr. Moradi hat seinen Schwerpunkt im Bereich der Hüft- und Kniegelenkschirurgie und leitet die Arbeitsgruppe für Arthroseforschung an der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie.

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