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Wie sich Hirntumoren vor dem Immunsystem verstecken

19. Oktober 2018

Wer: Mirco Friedrich, Medizinstudent an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Doktorand in der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) –

Was:Young Investigator Award” der European Association of Neuro-Oncology (EANO). Der mit 2000 Euro dotierte Preis wendet sich an junge Forscher unter 35 Jahren, die durch neuartige Erkenntnisse zur Diagnose und Behandlung von Hirntumoren auf sich aufmerksam machen. Im Rahmen eines Preisvortrages darf der Preisträger darüber hinaus seine Forschungsarbeit auf der diesjährigen Tagung der amerikanischen Society of Neuro-Oncology (SNO) vorstellen.

Wofür: Mirco Friedrich wurde für seine herausragende Forschungsarbeit zu niedrig-gradigen Gliomen ausgezeichnet. Diese bösartigen Hirntumoren betreffen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene und sind nach dem heutigen Stand der Medizin nicht heilbar. Im Rahmen seiner medizinischen Doktorarbeit erforscht der 23-Jährige die Mechanismen, mit denen sich diese Tumoren vor dem Immunsystem verstecken, um damit neuartigen Therapien wie der Immuntherapie oder Anti-Tumor-Impfungen den Weg zu bereiten. Gemeinsam mit Kollegen konnte er zeigen, dass Gliome mit der spezifischen IDH1-Mutation durch das Ausschütten einer bestimmten Substanz die körpereigene Immunabwehr blockieren.

Seine Erkenntnisse eröffnen nicht nur neue Einblicke in die Krebsentstehung und -Entwicklung, sie legen auch nahe, dass ein Umdenken bei der Therapie dieser Tumoren erforderlich ist. Seine Promotionsarbeit führt Mirco Friedrich in der Klinischen Kooperationseinheit Neuroimmunologie und Hirntumorimmunologie (Leiter Prof. Dr. Michael Platten) zwischen Neurologischer Klinik und Deutschem Krebsforschungszentrum durch. Finanziell unterstützt wird er hierbei durch die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Studienstiftung des Deutschen Volkes und ein Promotionsstipendium der Heidelberg Biosciences International Graduate School (HBIGS). Nach Abschluss seines Studiums will der Preisträger eine naturwissenschaftliche Promotion anschließen und danach als Onkologe an der Schnittstelle zwischen Forschung und Klinik tätig werden.

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