AllgemeinGrippe

Impfung und Wirkstoff

17. Oktober 2018

Wie ist der Impfstoff zusammengesetzt? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wann sollte geimpft werden? Wir haben die Fragen und Antworten

 

Wie ist der diesjährige Influenza-Impfstoff zusammengesetzt?

Die WHO empfiehlt für die Saison 2018/19 eine gegenüber der Saison 2017/18 veränderte Zusammensetzung des Impfstoffes.
Trivalente Influenzaimpfstoffe sollen Antigene folgender Influenzaviren enthalten:

  • A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm 09-ähnlicher Stamm
  • A/Singapore/INFIMH-16-0019/2016 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Colorado/06/2017-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)
  • Für quadrivalente Impfstoffe (Vierfach-Impfstoffe): zusätzlich eine Variante von
    B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm (Yamagata-Linie)
    (siehe „Warum empfiehlt die STIKO die Verwendung eines Vierfachimpfstoffs?„).

Am Universitätsklinikum Heidelberg kommt der Vierfach-Impfstoff zum Einsatz, der eine breitere Abdeckung und somit einen größeren Schutz vor einer Infektion bietet.

(Stand: 28.09.2018 / Quelle: www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html)

Wann ist der richtige Impfzeitpunkt?

Die jährliche Influenzawelle hat in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen (mit Ausnahme der Pandemie 2009).

Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen.

Sollte die Impfung in diesen Monaten versäumt werden, kann es selbst zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle noch sinnvoll sein, die Impfung nachzuholen. Schließlich ist nie genau vorherzusagen, wie lange eine Influenzawelle andauern wird. In einigen Saisons wurde zum Beispiel nach einer Influenza A-Welle noch eine nachfolgende Influenza B-Welle beobachtet.

Wer zu einer der Zielgruppen gehört, für die die Ständige Impfkommission die Influenzaimpfung empfiehlt, sollte sich jedes Jahr impfen lassen. Zum einen wird die Impfstoffzusammensetzung an die jeweils erwarteten Influenzavirustypen angepasst, zum anderen hält die Schutzwirkung der Impfung vermutlich nur eine Saison an.

(Stand: 28.09.2018 / Quelle: www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html)

Was versteht man unter einem Vierfach-Impfstoff?

Seit 2013 steht in Deutschland ein Vierfach-Impfstoff zur Verfügung, der eine breitere Abdeckung darstellt. Der Vierfach-Impfstoff (auch quadrivalenter oder tetravalenter Impfstoff genannt) ist genauso zusammengesetzt wie der Dreifach-Impfstoff. Es wurde lediglich eine zusätzliche B-Komponente hinzugefügt. Dies kann zu einer Steigerung der Effektivität führen.

Was ist der Unterschied zwischen trivalentem und tetravalentem Impfstoff?

Der trivalente und tetravalente Impfstoff werden exakt gleich hergestellt. Aufgrund von WHO-Empfehlungen wurden dem tetravalenten Impfstoff jedoch statt drei Impfstämmen vier hinzugefügt. Immunitätslücken sollen hiermit geschlossen werden. Der tetravalente Impfstoff bietet eine breitere Abdeckung. Beide Impfstoffe sind auf Hühnereiweißbasis gezüchtet.

Wie funktioniert die Grippeimpfung?

Bei der Grippeimpfung wird eine inaktivierte Form des Grippevirus in den Muskel gespritzt. Das Immunsystem fängt daraufhin an, Antikörper gegen das Virus zu produzieren. Hat der Körper danach mit einem lebenden, aktiven Virus derselben Sorte zu tun, gegen die er geimpft wurde, kann er ihn erkennen und bekämpfen.

Welche Nebenwirkungen können bei der Impfung auftreten?

Das Risiko ernsthafter Komplikationen bei einer Grippeerkrankung ist um ein Vielfaches höher als die Wahrscheinlichkeit schwerer Nebenwirkungen aufgrund der Impfung. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen der saisonalen Grippeimpfung sind eine Rötung oder Schmerzen an der Injektionsstelle. Einzelne Symptome wie erhöhte Temperatur, Muskelschmerzen oder ein leichtes Unwohlsein werden bei wenigen Geimpften beobachtet. Sie sind harmlos und klingen ohne Therapie spätestens nach einigen Tagen ab. Sehr selten können im Fall einer Allergie Ausschläge, Ödeme oder Atembeschwerden sowie ganz selten eine allergische Sofortreaktion (anaphylaktischer Schock) auftreten. Einmal pro 1 Million geimpfte Personen wird das autoimmun bedingte Guillain-Barré-Syndrom (GBS) in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Grippeimpfung beobachtet. Viel häufiger tritt ein GBS jedoch bei einer Grippeerkrankung auf.

 Warum bietet die Impfung keinen vollwertigen Schutz? Da sich Grippeviren ständig verändern (mutieren) und auch ganz neue Virusformen entstehen, lässt sich nur vorhersagen, welche Grippeviren in der folgenden Saison auftreten werden. Da die Produktion von Grippeimpfstoff aber einige Zeit in Anspruch nimmt, muss der Impfstoff schon vorher aufgrund der Prognose der zu erwarteten Grippeviren hergestellt werden. In den meisten Jahren sind die Vorhersagen, welche Viren auftauchen werden, dafür genau genug. So wurden bereits gute Übereinstimmungen zwischen den zirkulierenden Influenzaviren mit dem Impfstoff beobachtet und bei jungen Erwachsenen eine Schutzwirkung von bis zu 80 Prozent erreicht. Ältere Menschen haben oft eine reduzierte Immunantwort, so dass die Impfung bei ihnen weniger zuverlässig wirkt. Dennoch können auch ältere Menschen ihr persönliches Risiko, an einer Influenza zu erkranken, durch die Impfung in etwa halbieren.

Warum muss die Impfung jedes Jahr neu durchgeführt werden? Da sich Grippeviren ständig verändern, bietet die Grippeimpfung keinen dauerhaften Schutz. Wer in jeder Saison einen ausreichenden Impfschutz möchte, muss sich daher jedes Jahr erneut impfen lassen.

Was sagen Studien zur Grippeimpfung? Eine Wissenschaftlergruppe des internationalen Forschungsnetzwerks Cochrane Collaboration hat Studien zur Wirksamkeit der Grippeimpfung ausgewertet. Wie erwartet zeigte sich, dass die Impfung wirksamer war, wenn der Impfstoff den Virustypen entsprach, die im jeweiligen Jahr kursierten. Insgesamt ergab die Schätzung der Forschergruppe, dass eine Impfung das Ansteckungsrisiko gesunder Erwachsener dann um etwa 60 Prozent senken kann.

Quellen: Betriebsärztlicher Dienst am Universitätsklinikum Heidelberg; Robert-Koch-Institut; Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung; Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Bildquelle: Norvatis Vaccines

 

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