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„16 eingereichte Projekte allesamt von grosser Qualität“

16. Oktober 2018

Zweiter Heidelberger Pflegepreis vergeben: Team aus dem Zentral-OP der Kopfklinik gewinnt vor der Station K1 Neurologie in der Kinderklinik und den Stationen J2 und J3 aus der Orthopädie

Am 27. September wurde der Heidelberger Pflegepreis zum zweiten Mal vergeben. Wie schon 2017 überzeugten auch die in diesem Jahr eingesandten 16 Projekte „durch Ideenreichtum, Kreativität und hohe fachlicher Qualität“, so Pflegedirektor Edgar Reisch, der den Preis ausgeschrieben hatte. Gefördert wurde der Pflegepreis in diesem Jahr erstmals von der Manfred Lautenschläger Stiftung. Der Stifter, der auch Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums ist, ließ es sich nicht nehmen, den Preisträgern persönlich zu gratulieren. Die Preisgelder beliefen sich dieses Jahr auf 2.000 Euro für den ersten Platz, 1.000 Euro für den Zweiten und 500 Euro für den dritten Platz. Das Geld soll, im Sinne des Grundgedankens des Pflegepreises, für Teamevents verwendet werden.

Platz 1: „Pager“ informiert Angehörige von OP-Patienten über den aktuellen Stand der OP

Philipp Reichel aus dem Zentral-OP der Kopfklinik nahm stellvertretend für sein Team den ersten Platz entgegen.

Der erste Platz ging an das Team des Zentral-OPs in der Kopfklinik, das ein Projekt zur Kommunikation mit Angehörigen von OP-Patienten einreichte. In diesem werden neue Ansätze gesucht, um Angehörige besser „up to date“ zu halten, wenn ihre Verwandten gerade im Operationssaal sind. Häufig ist das Warten für die Angehörigen mit sehr viel Stress, Sorgen und Ängsten verbunden. Die Folge ist ein häufiges Nachfragen (wie z. B. „Wann kommt mein Angehöriger endlich aus dem OP?“), was wiederum Auswirkungen auf das Pflegepersonal hat. Durch ein automatisiertes „Pager-System“ könnten Angehörige von Patienten leichter auf dem Laufenden gehalten werden, das Pflegepersonal wird entlastet.

Platz 2: Individuelle und praxisnahe Ausbildung in der Kinderkrankenpflege

Den zweiten Rang sicherte sich die Station K1 Neurologie in der Kinderklinik mit ihrem Projekt „Ausbildungseinheit im stationären Bereich“. Hierbei werden die Auszubildenden im besonderen Maße individuell und praxisnah in der eigenständigen und selbstverantwortlichen Patientenversorgung gefördert. Eine Anleiterin betreut dabei zwei Auszubildende. Die Auszubildenden versorgen in Begleitung erfahrener Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen vier Kinder im stationären Bereich der K1 Neurologie. Durch das Projekt gewinnen die Auszubildenden an Selbstsicherheit und Erfahrung, was wiederum zu einer besseren Patientenversorgung, aber auch geringeren Abbruchquote in den Ausbildungen führt.

Platz 3: „Demenzkiste“ sorgt für Beschäftigung und bekämpft Unruhe

Über den dritten Platz  freute sich das Team der Stationen J3 (Wirbelsäulenchirurgie) und J2  (Unfallchirurgie / Alterstraumatologie) in der Orthopädie mit dem Projekt „Betreuung und Pflege von an Demenz erkrankter Patienten“. Die stetig steigende Anzahl neuer, dementer Patienten stellt auch die Pflege vor neue Herausforderungen. Gerade der Drang nach Beschäftigung ist bei dementen Patienten sehr stark und hierfür musste eine effiziente, aber auch wirksame Lösung gefunden werden, die sich leicht in den Alltag auf Station einbinden lässt. Eine im Team erarbeitete Idee dafür ist die Demenzkiste. Dabei handelt es sich um eine Zusammenstellung verschiedenster Dinge, die Menschen mit Demenz helfen, den Beschäftigungsdrang zu befriedigen. Von alten Portemonnaies mit Münzen, über Holzspielzeug, Kreuzworträtsel, Tageszeitungen, aber auch Ausmalbücher oder Spielkarten helfen, die Unruhe zu bekämpfen und den Patienten Beschäftigung zu verschaffen, was wiederum das Pflegepersonal entlastet. Die Kiste kann an verschiedene Bedürfnisse der Patienten angepasst werden und unterliegt somit einer steten Verbesserung und das bei sehr geringen Kosten.

>> Übersicht der 16 eingereichten Projekte

Wie kam die Entscheidung zustande?

Die Entscheidung wurde von drei Jurygruppen getroffen mit jeweils einem Drittel des Bewertungsergebnisses:

Die Jury setzt sich wie folgt zusammen:

  • MitgliederInnen des Klinikumsvorstandes und des Sponsors (Prof. Grüters-Kieslich, Frau Gürkan, Herr Reisch, Prof. Herzog, Dr. h.c. Lautenschläger)
  • Gremium der Pflegedienstleitungen aller Zentren am Universitätsklinikum Heidelberg
  • Auszubildende des 3. Ausbildungsjahres der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, der Gesundheits und Kinderkrankenpflegeschule, der Hebammenschule und der OTA-Schule

Was ist der Heidelberger Pflegepreis?

Mit dem Preis werden innovative Projekte von Pflegeteams ausgezeichnet, welche der Verbesserung der Patientenversorgung dienen. Die eingereichten Projekte sollen nicht älter als zwei Jahre sein und nachhaltig die Patienten- oder Mitarbeiterzufriedenheit verbessern. Sie sollen den Teamgedanken fördern, ein „stolz sein“ auf den Pflegeberuf bewirken und dem Ansehen bzw. dem Image der Pflege dienen. Wichtig ist, dass die Projekte die Patientenversorgung unmittelbar betreffen sollten und der Teamaspekt im Vordergrund steht. Erstmals vergeben wurde der Heidelberger Pflegepreis 2017. Bewerben können sich ausschließlich Pflegeteams des Universitätsklinikums Heidelberg.

 

 

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