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Kindlicher Hirntumor: Erstmals stabile Zellkulturen für Forschungszwecke entwickelt

6. Juni 2017

Florian_Selt2Wer: Dr. Florian Selt, klinische Kooperationseinheit „Pädiatrische Onkologie“ (Leiter: Prof. Dr. Olaf Witt) am Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg sowie Mitarbeiter des Hopp-Kindertumorzentrums am NCT Heidelberg (KiTZ) –

Was: Dr. Hildegard Dinter-Lutz-Forschungspreis für Hirntumorforschung, verliehen bei der 89. Halbjahrestagung der Gesellschaft für pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) in der Charité in Berlin. Selts Anteil an dem Forschungspreis, der in diesem Jahr an zwei Wissenschaftler vergeben wurde, beträgt 2.500 Euro.

Wofür: Dr. Florian Selt erhielt die Auszeichnung für seine Arbeiten zur erstmaligen Entwicklung von Zellkulturen für den Hirntumor „pilozytisches Astrozytom“ (PA). Dieser gehört zu den so genannten niedriggradigen Gliomen und ist der häufigste Hirntumor im Kindesalter. Es entsteht meist durch die Fusion zweier Gene, die zu einer Vergreisung der betroffenen Zellen führt. Diese vorzeitige Zellalterung führt zu einem Wachstumsstopp und machte es Wissenschaftlern deshalb bislang unmöglich, aus menschlichen Gewebeproben Zellkulturen für Forschungszwecke zu gewinnen. Mit einem „molekularen Trick“ gelang es Selt nun, den Alterungsprozess zu umschiffen und stabile Zellkulturen für das PA zu entwickeln. Damit steht der Krebsmedizin erstmals ein Modell zur Verfügung, auf dem systematisch mögliche Wirkstoffe gegen diesen kindlichen Tumor getestet werden können. Die Arbeiten von Dr. Selt wurden im Februar in der Zeitschrift Oncotarget veröffentlicht.

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