Aus den Kliniken

- Hilfe für rumänische Kinder in Not: Frau Adam, Doris Verveur (Stellvertretende Leiterin Pflegedienst), Professor Dr. Hoffmann (Ärztlicher Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin), Dr. Claus Schott (1. Vorstand Rolling Doctors), Besucherin Professor Dr. Margit Serban, Alexander Graf (2. Vorstand Rolling Doctors).
„Rolling Doctors“ fahren nach Rumänien
Rumänische Kinderonkologin und Heidelberger Kinderhilfswerk planen Zusammenarbeit
Ein interessanter Besuch beim Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin half Brücken zwischen Rumänien und Deutschland zu schlagen: Am 5. März 2007 war die rumänische Kinderonkologin Professor Dr. Margit Serban in Heidelberg zu Gast. Die Leiterin der Universitäts-Kinderklinik in Timisoara, einer der größten Städte Rumäniens, informierte sich am Klinikum über den Stand der Pädiatrischen Onkologie und Diabetologie. Gleichzeitig diente ihr Besuch einer ersten Kontaktaufnahme mit den Rolling Doctors, einem Kinderhilfswerk, das von Mitarbeitern des Klinikums gegründet wurde und Ende 2007 einen Hilfstransport nach Timisoara unternehmen wird.
Über die stationäre Versorgung der Patienten wusste Professor Dr. Serban Erschreckendes zu berichten: Allgemein sind die Krankenhäuser in Rumänien nicht gut ausgerüstet. Die Infrastruktur ist schlecht, notwendige Geräte für Diagnostik und Behandlung sind veraltet oder gar nicht erst vorhanden. Die Investitionsmöglichkeiten in technische und medizinische Geräte sind minimal, da rund 80 Prozent des Budgets der Kliniken für die Gehälter der Mitarbeiter benötigt werden.
Um die Lage kranker Kinder in Rumänien zu verbessern, soll ein Projekt der Rolling Doctors die Universitäts-Kinderklinik in Timisoara unterstützen. Hier muss die Kinderkrebsstation ausgebaut werden. Insgesamt verfügt die Klinik nur über 125 Betten.
Ein weiteres Ziel für die Hilfe aus Heidelberg: In einem klinischen Zentrum in Buzias, nahe Timisoara, versorgt Professor Serban mit ihrem Team kostenlos Kinder, die an Diabetes oder der Bluterkrankheit leiden. Dieses Zentrum leitet Professor Serban neben ihren Aufgaben in der Universitäts-Kinderklinik ehrenamtlich. Die Einrichtung mit 50 Betten wird von der Cristian Serban-Stiftung finanziert, die Professor Serban 1997 gemeinsam mit ihrem Mann Viorel in Andenken an den gemeinsamen Sohn Cristian ins Leben rief.
Chronische Erkrankungen wie die Bluterkrankheit oder Diabetes beeinflussen die Lebensqualität der Kinder in Rumänien noch stärker als in Deutschland, denn Nachsorge und Medikamente sind für die Familien unerschwinglich und werden von den Krankenkassen nicht bezahlt. Kinder mit Diabetes können ihren Blutzucker nicht kontrollieren und leben daher mit konstant erhöhten Werten. Eine häufig eintretende Folge: Die Kinder erblinden früh. Patienten, die an der Bluterkrankheit leiden, entwickeln Gelenkprobleme und Gehbehinderungen, weil Blut bei Belastung in die Gelenke läuft; Spenderblut ist zwar vorhanden, Gerinnungsfaktoren stehen allerdings nicht zur Verfügung.
Im Klinischen Zentrum „Cristian Serban“ werden Kinder und junge Menschen bis zum Alter von 30 Jahren mit dieser Erkrankung kostenlos behandelt und psychologisch betreut. Die Stiftung schult die Patienten für den Alltag und lindert so ihre Ängste; Physiotherapie und Diäten erleichtern den Umgang mit der Erkrankung, und der Insulinbedarf wird optimal eingestellt.
Das Kinderhilfswerk Rolling Doctors e.V. wurde im Jahr 2006 durch die Initiative mehrerer Klinikumsmitarbeiter gegründet. Den Vorstand der Hilfsorganisation hat Dr. Claus Schott aus der Abteilung für Neonatologie inne. Der Verein möchte Kindern und Jugendlichen, die in Elendsvierteln in Südosteuropa aufwachsen, bessere Lebensbedingungen bieten. Die Ernährungssituation und die medizinische Versorgung der Kinder und Jugendlichen sollen direkt vor Ort verbessert werden. Dafür unterstützen die Rolling Doctors die lokalen Pflegekräfte ehrenamtlich mit Rat, Tat, Sach- und Geldspenden.
Ein erster Hilfstransport mit Spenden – größtenteils Krankenhausbedarf – kam „vergessenen Kindern“ in Sighisoara in Rumänien zugute, Kindern, die von ihren Müttern wegen der schlechten finanziellen und sozialen Umstände im Krankenhaus oder im Entbindungsheim zurückgelassen wurden. TB
Weitere Informationen: Der Diavortrag „Rolling Doctors – ein Kinderhilfswerk entsteht“ findet am 23. April 2007 um 17 Uhr im Kleinen Hörsaal der Chirurgischen Klinik statt.
Internet: www.rolling-doctors.de
|

« Seite 5