Zentrale Einrichtungen

- Bis 1950 wurde der Pneumothorax-Apparat zur Tuberkulose-Therapie eingesetzt.
„Fossil“ der Tuberkulose-Therapie
Institut für Geschichte der Medizin spendet dem Universitätsmuseum einen Pneumothorax-Apparat
Die Tuberkulose ist eine der ältesten Plagen der Menschheit und auch ein Indikator für die Lebensbedingungen in einer Gesellschaft, denn sie kann durch eine gute Ernährung und ausreichende hygienische Verhältnisse zurückgedrängt werden. Noch um 1880 war in Deutschland jeder zweite Todesfall in der Altersgruppe der 15- bis 40-Jährigen auf diese Krankheit zurückzuführen. Ein Apparat aus der Tuberkulosebehandlung des frühen 20. Jahrhunderts steht jetzt im Universitätsmuseum in der Grabengasse. Die Dauerleihgabe wurde der Universität von Professor Dr. Wolfgang U. Eckart vom Institut für Geschichte der Medizin zur Verfügung gestellt.
Das mobile Gerät im tragbaren Holzkasten mit den Maßen 58x40x16,5 cm diente zur Herstellung eines künstlichen Pneumothorax. Die Konstruktion wurde benutzt, um bei schwerer Tuberkulose einen Lungenflügel kollabieren zu lassen. Dies geschah durch Einpressen von Luft oder Stickstoff in den Pleuraspalt – das ist der Spalt zwischen Rippen- und Brustfell. Man hoffte auf Einkapselung des Krankheitsherdes in der Lunge und Eindämmen des Erreger-Aushustens.
Obwohl der Pneumothorax bereits in der antiken Medizin bekannt war, wurde er als Verfahren zur „Therapie“ der Tuberkulose 1882 durch den italienischen Kliniker Carlo Forlanini (1847-1918) in Turin erstmals praktiziert. Er erzeugte den Pneumothorax nicht wie bisher üblich durch einen Schnitt, sondern mit einer Hohlnadel. Forlanini punktierte den Pleuraraum und brachte die Lunge mit einer definierten Menge Luft, Sauerstoff oder Stickstoff kontrolliert zum Kollaps. 1882 präsentierte er eine Beschreibung seiner Methode und erste Ergebnisse. In Deutschland führte der Marburger Lungenchirurg Ludolph Brauer (1865–1951) diese Methode 1906 ein. Für weitere 40 Jahre – bis zur Einführung der medikamentösen Tuberkulosetherapie – sollte der künstliche Pneumothorax eine wichtige therapeutische Methode für die Behandlung der Lungentuberkulose bleiben.
Der Pneumothorax-Apparat im Universitätsmuseum besteht aus kommunizierenden Glaskolben und Wassermanometer, säurefesten und rostfreien Injektionsnadeln sowie Gummi-/Kautschuk-Schläuchen.
Professor Dr. Wolfgang Eckart / GE
Universitätsmuseum
Alte Universität,Grabengasse
69117 Heidelberg
Tel.: 54 21 53
Geöffnet Dienstag bis Samstag von 10 bis 16 Uhr
Doktorandenstellen gesucht
Beim EMSA-Workshoptag am 12. Mai bieten Institute und Kliniken freie Stellen an
Am Samstag, den 12. Mai 2007, veranstaltet die European Medical Students´ Association (EMSA) Heidelberg einen Workshoptag für Medizinstudenten in Verbindung mit einer Doktorandenbörse. Freie Doktorandenstellen von Kliniken und Instituten des Klinikums werden als Plakat oder DIN A4-Ausdruck auf Plakatwänden präsentiert.
Plakate oder Aushänge können bis spätestens 10. Mai 2007 per Hauspost zum Institut für Geschichte der Medizin, Hilfswissenschaftlerin Julia Knobloch, geschickt werden.
Bei Fragen oder Doktorandenangeboten per Mail wenden Sie sich bitte an Eva Schwaibold; E-Mail: eva.schwaibold@gmx.de oder Julia Knobloch,
E-Mail: karondra@web.de.
An diesem Workshoptag können die Medizinstudenten von interessanten Angeboten, Übungen und Vorträgen profitieren, beispielsweise zum Thema Promotion oder Lerntechniken. Ein Nahtkurs dient der Erweiterung der eigenen Praxis, und Vorträge von „Ärzte ohne Grenzen“ und anderen Organisationen runden das Programm ab.
Jubilare
Ihr 25-jähriges
Dienst-Jubiläum feiert
Iva Housirek
MTLA; Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
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