Titel - Ausgabe 2/05, 02.10.2005
Interdisziplinär arbeiten heißt gemeinsam denken
Gemeinsame Sprechstunde von Augenärzten und Internisten zertifiziert

- v. l.: Herr Milch, Patientenaufnahme, Elisabeth Mertz, Krankenschwester, Dr. Ute Wiehler, Assistenzärztin, Brigitte Mann, Krankenschwester, Katrin Horstmann, Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, Prof. Dr. Anthony Ho, Ärztlicher Direktor Abt. V, Prof. Dr. Hannes Lorenz, Leiter Sektion Rheumatologie, Dr. Regina Max, Internistische Leiterin, PD Dr. Matthias Becker, Ophthalmologischer Leiter Uveitiszentrum, OA Augenklinik, Susann Rusch, QM und Controlling, Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin, Prof. Dr. Hans Eberhard Völcker, Geschäftsführender Direktor Augenklinik.
Die gemeinsame Sprechstunde von Augenärzten und Internisten am Klinikum ist mit dem Zertifikat nach internationalem Standard DIN EN ISO 9001:2000 ausgezeichnet worden. Als bundesweit einmalige Einrichtung wurden im Uveitiszentrum seit 2001 mehr als 1.200 Patienten mit autoimmunen Augenentzündungen versorgt.
„Das Uveitiszentrum nimmt im Klinikum eine Vorreiterrolle ein“, sagte die Kaufmännische Direktorin Irmtraut Gürkan – sowohl bei der Zertifizierung als auch bei der engen Zusammenarbeit zweier Fächer, wie hier die Augenheilkunde (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hans-Eberhard Völcker) und die Innere Medizin / Rheumatologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Anthony Ho, Sektionsleiter Rheumatologie: Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz). Dies komme dem Patienten zugute, spare aber auch Kosten: Aufwendige Mehrfachuntersuchungen und Labortests, dies haben Untersuchungen belegt, können vermieden werden.
An einer Uveitis leiden etwa 400.000 Menschen in Deutschland. Von der Entzündung betroffen sind einzelne oder mehrere Abschnitte der Aderhaut (Uvea) oder andere Augenregionen. Eine Uveitis verläuft akut oder chronisch, befällt eines oder beide Augen und kann unbehandelt zur Erblindung führen – in Deutschland ist sie eine der führenden Ursachen für Blindheit.
„Eine Uveitis kann nahezu 100 verschiedene Ursachen haben“, erklärt Privatdozent Dr. Matthias Becker, Oberarzt der Augenklinik, der die Uveitis-Ambulanz gemeinsam mit der Internistin Dr. Regina Max leitet. Bei etwa einem Drittel der Patienten ist die Uveitis jedoch Bestandteil einer rheumatischen Erkrankung, u.a. des Morbus Bechterew, der Sarkoidose oder des Lupus Erythematodes.
Sowohl Patienten als auch Ärzte bewerten die Zusammenarbeit sehr positiv. Die Patienten werden in der wöchentlichen Sprechstunde gemeinsam betreut, die medikamentöse Behandlung wird auf das gesamte Beschwerdebild eingestellt, der Arztbrief gemeinsam verfasst. „Interdisziplinär arbeiten heißt nicht, nebeneinander denselben Patienten versorgen, sondern gemeinsam denken“, sagt die Internistin Dr. Regina Max. Enge Kontakte hat das Uveitiszentrum auch zur Kinderheilkunde, Neurologie und Tropenmedizin.
Auch für die Erforschung und besseren Behandlung der Uveitis werden wichtige Beiträge geleistet. Alle Patienten sind in einer Datenbank erfasst. Die digitale Onlineakte, die z.B. Radargrafiken des aktuellen Entzündungsstatus enthält, gibt auf Knopfdruck auch Auskunft über die Gesamtverteilung der Uveitisformen aller bisher gesehenen Patienten.
Die Ergebnisse dieser Auswertung liefern erstmalig auch Daten zur Uveitis in Deutschland. Die Patienten können zudem an Studien mit innovativen Medikamenten teilnehmen. Die besonderen Angebote werden von Patienten aus ganz Deutschland und Europa wahrgenommen. Betreut werden sie in den Ambulanzräumen des Otto-Meyerhof-Zentrums von einem Team, dem auch die beiden Ambulanzschwestern Brigitte Mann und Elisabeth Mertz angehören.
Homepage: www.uveitiszentrum.de
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
in dieser Ausgabe des Klinik Tickers erscheint erstmals die neue Rubrik „Der Klinikumsvorstand informiert“. Damit möchten wir Sie zeitnah über wichtige Entscheidungen des Klinikumsvorstands informieren, die der Vorstand in seinen Sitzungen getroffen hat.
Darüber hinaus möchte ich Sie schon jetzt auf einen Termin im März hinweisen, bei dem Sie Gelegenheit zur persönlichen Information und Diskussion haben. Der Klinikumsvorstand lädt Sie herzlich zur Informationsveranstaltung für alle Klinikumsmitarbeiter am 17. März um 14 Uhr in den großen Hörsaal des Hörsaalzentrums Chemie, Im Neuenheimer Feld 252, ein. Weitere Informationen über das Programm folgen in der nächsten Ausgabe des Klinik Tickers.
Ihr Professor Dr. Eike Martin
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