Sonderausgabe Tarifverhandlungen

Mitarbeiterbrief

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

lassen Sie uns im Nachgang zu der Personalversammlung vom 21.09. einige Sätze zu der derzeitigen Tarifauseinandersetzung sagen.

Wir verstehen Ihre Sorge und Ihren Unmut über die derzeitige Situation. Jeder einzelne von Ihnen hat sein Leben eingerichtet und plant mit dem Entgelt, das er für seine Arbeit erhält.

Aber auch wir sind gezwungen mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Rahmenbedingungen (gedeckeltes Budget) gut zu wirtschaften. Denn selbst renommierte Universitätskliniken stehen vor der Wahl mit dem zugewiesenen Budget auszukommen oder in private Trägerschaften zu fallen.

Mittlerweile zieht der Wettbewerb in die Krankenhäuser ein, und dies mit aller Macht.

Zielsetzung des Vorstandes des Klinikums ist es, sich den Herausforderungen des Gesundheitswesens zu stellen, um die Sicherheit der Arbeitsplätze am Universitätsklinikum langfristig und nachhaltig zu sichern.

Die nächsten Jahre stellen eine nochmalige Verschärfung der bereits als schwierig empfundenen Situation dar: die Schere zwischen der Entwicklung der Kosten und der Entwicklung der Erträge aus den Krankenkassenleistungen und aus den Mittelzuweisungen für Forschung und Lehre klafft mittlerweile bedrohlich auseinander.

Wir müssen uns finanziell selber tragen. Wir können keine Produktion ins Ausland verlagern, wenn die Kosten bei uns aus dem Ruder laufen. Wir können auch keine Preise erhöhen, wenn die Differenz zwischen Ausgaben und Einnahmen zu groß wird. Wir sind nicht darauf aus, Gewinne zu erwirtschaften, die als Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet werden.
Das bedeutet, alle Mittel, die wir erwirtschaften, bleiben im Haus. Es bedeutet aber auch, dass alle Mehrkosten ebenfalls „im Haus“ bleiben und von uns allein getragen werden müssen. Es gibt nichts mehr zu verteilen. Die Zeiten automatischer Zuwächse auf allen Ebenen sind endgültig vorbei.

Mag auch die Interessenlage „des Arbeitgebers“ und der Beschäftigten noch so unterschiedlich sein, wir alle müssen auch zukünftig ein Interesse an einem finanziell gesunden Fortbestand unseres Unternehmens und der Sicherung der damit verbundenen Arbeitsplätze haben. Der Arbeitgeber braucht Sie und Ihre Mitarbeit, aber auch Sie brauchen den Arbeitgeber. Daher gilt: wer den Arbeitgeber schädigt, schädigt sich selbst!

Sich diesen Herausforderungen zu stellen, ist das Gebot der Stunde.

Der Vorstand



Sonderausgabe 2, 09.05

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