Aus der Fakultät

- Reaktionsprüfung am Fahrtüchtigkeits-Testgerät.
Grenzwerte für Medikamente?
Kongress für Verkehrsmedizin empfiehlt Prüfung
Die Risiken, am Steuer eines Pkw einen Unfall zu verursachen, sind ungleich verteilt: Dies ist ein Ergebnis des 34. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin, der vom 15. bis 17. März 2007 in Heidelberg tagte.
Neben Fahranfängern unter 25 Jahren sind über 75-jährige Fahrer betroffen. Dies berichtete Professor Dr. Rainer Mattern, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verkehrsmedizin und Ärztlicher Direktor des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin am Klinikum Heidelberg. Die Gründe für die höheren Unfallrisiken bei jungen Fahranfängern liegen in Selbstüberschätzung bei mangelnder Erfahrung sowie in mangelnder Fahrtüchtigkeit nach dem Genuss von Alkohol und illegalen Drogen wie Cannabis.
Gerade bei älteren Fahrern können Medikamente wie Beruhigungs- und Schlafmittel sowie die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente die Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit einschränken. Durch den langsameren Stoffwechsel älterer Menschen werden die Medikamente mit Verzögerung ausgeschieden.
So steigt das Unfallrisiko nach Einnahme von Beruhigungsmitteln wie Valium um 20 Prozent. Europaweite Projekte wie die Studie DRUID („Driving under the influence of alcohol, drugs and medicines“) versuchen, Rahmendaten für die Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit nach Einnahme von Genussmitteln, Drogen und Medikamenten zu ermitteln. Wegen der individuellen Aufnahme dieser Substanzen im Blut seien Grenzwerte aber sehr umstritten, so Professor Mattern. Wissenschaftler forschen derzeit ob Missbrauchs-Grenzwerte ähnlich der Promillegrenze beim Alkohol festgelegt werden können. GE
Klammern oder nähen?
Welche Operationsmethode ist bei der Entfernung des entzündeten oder vom Tumor befallenen Schwanzes der Bauchspeicheldrüse besser geeignet – klammern oder nähen? Das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (SDGC), eine Einrichtung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Medizinischen Fakultät Heidelberg, untersucht an der Chirurgischen Kinik in einer klinischen Studie mit mehr als 300 Patienten an 20 Zentren in Europa die Vor- und Nachteile beider Verfahren. Die Studie (DISPACT) wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,5 Millionen Euro gefördert und soll bis zum Jahr 2012 abgeschlossen sein.
Jährlich erkranken mehr als 10.000 Menschen in Deutschland an einem bösartigen Tumor der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Die häufigste Operation ist die Entfernung eines Teils der Drüse – entweder des vorderen Kopfteils oder des hinteren Drüsenschwanzes. Dieser Eingriff wird auch bei der chronischen Entzündung des Organs vorgenommen.
Weitere Information im Internet:
www.sdgc.de
Beschwerden ohne körperlichen Befund
Therapie durch verbesserte Kommunikation mit den Patienten zeigt Erfolge
Psychotherapeutische Gespräche zwischen Arzt und Patient, Entspannungsübung und Bewegung sind oft wirksamer als Spritzen und Operationen. Dies gilt vor allem für Patienten mit so genannten funktionellen Störungen Die drei häufigsten Erkrankungen dieser Art sind der Reizdarm, das chronische Müdigkeits-Syndrom und die Fibromyalgie, eine Erkrankung mit chronischen Schmerzen in Muskel- und Bindegewebe. „Rund 30 Prozent aller Patienten beim Hausarzt leiden unter funtionellen Störungen“, so Professor Dr. Wolfgang Herzog, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemeine und Psychosomatische Medizin. Er ist einer der Autoren eines Artikels in der renommierten englischen Fachzeitschrift „The Lancet“ vom Februar 2007. Zusammen mit zwei weiteren Psychosomatik-Experten wertete er dafür internationale wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zu funktionellen Störungen aus.
Erfolgsfaktoren für die Behandlung funktioneller Erkrankungen sind nach den Ergebnissen des Artikels ein aktiver Umgang des Patienten mit der Erkrankung, eine gute Kommunikation zwischen Arzt und Patient sowie in vielen Fällen Psychopharmaka, die das allgemeine psychische Befinden verbessern. Das Verhalten des Arztes hat eine entscheidende Bedeutung für den Heilungsprozess. Die Autoren fordern deshalb, ein spezielles Trainingsprogramm im Medizinstudium und in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung zu etablieren, das die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten mit funktionellen Störungen schult. AT
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