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Endspurt für den Neubau der Chirurgischen Klinik

16. Mai 2018

Mitte 2019 soll der Klinikbetrieb starten

Die Baufortschritte sind schon lange nicht mehr zu übersehen. Im Frühjahr 2019 soll der Neubau der Chirurgischen Klinik mit rund 21.000 Quadratmetern Nutzfläche fertig sein. Das Gebäude wird dann die Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Herzchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Anästhesiologie und Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg beherbergen. Der Klinikbetrieb soll Mitte 2019 starten.

Mit rund 175 Millionen Euro Gesamtbaukosten ist die neue Chirurgie, gelegen zwischen Medizinischer Klinik und Frauen- und Hautklinik, derzeit die größte Baumaßnahme – sowohl des Landes Baden-Württemberg als auch des Universitätsklinikums, das über die Hälfte der Baukosten trägt.

Von zentraler Bedeutung für das Gesamtklinikum ist die Hubschrauberlandeplattform auf dem Dach. Sie gewährleistet, dass Schwerstverletzte und andere kritisch kranke Patienten schnellstmöglich und ohne Zeitverlust zu ihrem Bestimmungsort innerhalb des Klinikrings gebracht werden können. Eine gemeinsame Notfallzufahrt von Medizinischer Klinik und Chirurgie wurde bereits im August 2014 fertig gestellt. Für Forschung und Lehre stehen auf rund 900 Quadratmetern Fläche ein neuer Hörsaal mit 196 Plätzen sowie sieben Seminarräume zur Verfügung.

Medizin-Highlights der „neuen“ Chirurgie

Die „neue“ Chirurgie setzt europaweit Maßstäbe – insbesondere, was die technische Ausstattung anbelangt. Sie ermöglicht eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung auf allerhöchstem Niveau. Die Dietmar Hopp Stiftung fördert besonders zukunftsweisende Bereiche mit einer Spende in Höhe von 13,1 Millionen Euro. Ziel der Förderung ist es, die Versorgungsqualität durch fünf Einzelmaßnahmen massiv zu verbessern:

  1. Zentraler Schockraum mit innovativem Konzept

Im Schockraum – sowohl vom Hubschrauberlandeplatz als auch von der Krankenwagenzufahrt schnell zu erreichen – werden Notfallpatienten untersucht und erstversorgt. Besonders innovativ: wichtige Patientendaten werden direkt vom Rettungsdienst übertragen, zentral erfasst und stetig aktualisiert an Großbildschirmen angezeigt. Diese Daten liefert z. B. ein „Fast-Track-Computertomograph (CT)“, der in wenigen Sekunden Ganzkörperaufnahmen in höchster Präzision anfertigt. Direkt angeschlossen an den Schockraum ist der zentrale Operationsbereich.

  1. Zwei Hybrid-Operationssäle

Insgesamt gibt es in der neuen Chirurgie zwei Hybrid-Säle, wobei in einem überwiegend gefäßchirurgische Operationen stattfinden sollen. „Hybrid“ bedeutet, dass in dem OP-Saal Eingriffe sowohl offen als auch minimal-invasiv über die Gefäße vorgenommen werden können. Eine dreidimensionale Bildgebung ermöglicht Aufnahmen von Gefäßen selbst während des Eingriffs. So unterstützt das System den Chirurgen bei seiner Navigation.

  1. Digitale Operationssäle liefern alle Daten auf einen Blick

Alle 16 OP-Säle des zentralen OP-Trakts werden vollständig digital eingerichtet. Somit können sämtliche Patientendaten sowie alle Prozesse von der Vorbereitung eines Eingriffs über das Fortschreiten der Operation bis zum Ausschleusen des Patienten erfasst werden. Das Operations-Team kann die Daten jederzeit einsehen, ohne den OP-Platz zu verlassen. Sechs OP-Säle erhalten zusätzlich ein integriertes Endoskopiekonzept. Damit können Eingriffe per Bauch- oder Gelenkspiegelung oder direkt durch die Harnröhre durchgeführt werden. Ein 3-D-Kamerasystem liefert dabei während des Eingriffs exzellente Bilddaten.

  1. Vernetztes Patientenmonitoring

Das Konzept des vernetzten Patientenmonitorings bedeutet, dass Vitalparameter von Patienten noch engmaschiger als bisher kontrolliert und zentral erfasst werden können. So können bei einem Stationswechsel des Patienten alle Messdaten jederzeit abgerufen und in die weitere Therapieplanung einbezogen werden.

  1. Diagnostische Radiologie

Ein neues 3 Tesla-Magnetresonanztomographie (MRT)-Gerät wird angeschafft. Es erstellt Aufnahmen des Körpers von höchster Qualität und Schärfe. Dank präziser Diagnostik kann für Patienten frühzeitig zwischen bösartigen und gutartigen Gewebewucherungen unterschieden und damit eine klare Therapieentscheidung getroffen werden.

 

Top-Fakten zur „neuen“ Chirurgie

313 Betten und zwei Hybrid-OPs

Im Bettenhaus werden neben den fünf Normalpflegestationen mit jeweils 36 Betten zwei Intensiv- und zwei Intermediate-Care-Stationen mit je max. 28 Betten sowie eine Wahlleistungsstation mit 21 Betten untergebracht. Kernstück der Chirurgie wird der zentrale Operationsbereich mit 16 modernsten OP-Sälen, von denen zwei als Hybrid-OPs ausgestattet sind. Außerdem wird es einen ambulanten OP-Bereich geben, eine Tagesklinik, eine Radiologische Funktionsdiagnostik sowie Ambulanzen. Ein modernes Schließ- und übersichtliches Farbleitsystem sorgen in dem fünfgeschossigen Gebäude für Sicherheit und Orientierung.

Die wichtigsten Gebäudedaten im Überblick

Nutzfläche: 20.836 m²

Bruttorauminhalt: 252.898 m³

Betten gesamt: 313

Gesamtplanbaukosten: 175 Millionen Euro

Medizintechnische Ausstattung: 38 Millionen Euro

Spatenstich: 5. Mai 2014

Grundsteinlegung: 20. Mai 2015

Richtfest: 11. April 2016

Inbetriebnahme: Voraussichtlich Mitte 2019

 

 

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