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Zu Besuch im Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin

18. Mai 2017
Kinderschädel in 3D mit Verletzung

Verpflichtet den Lebenden und den Toten

Rechtsmediziner Professor Dr. Karl-Friedrich Boerne aus dem Münsteraner Tatort ist der bekannteste Vertreter seiner Zunft. Mit der Realität hat dessen Auftreten in der TV-Reihe allerdings nur wenig zu tun. Wer wissen möchte, was Rechtsmedizin heute leistet, findet Antworten bei einem Besuch im Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. Professor Dr. univ. Kathrin Yen und ihre 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – darunter etwa 15 Wissenschaftler aus Medizin, Chemie, Pharmazie, Psychologie, Biologie, MR-Physik und Medizininformatik – arbeiten hier gemeinsam am „Gerichtssaal der Zukunft“.

Die Schwerpunkte des Instituts liegen auf den Gebieten forensische Medizin und Genetik, Fahreignung und Toxikologie. Enorme technische Entwicklungen stellen Professor Yen und ihr Team dabei vor große Herausforderungen: Molekulargenetische Analysen – Stichwort Mikrospuren – bieten völlig neue Impulse für die Tätersuche. Moderne bildgebende Verfahren wie beispielsweise die Hochfeld-MRT können selbst kleinste Blutungen an Todesopfern sichtbar machen. Hier arbeitet das Institut eng mit der Abteilung Radiologie des Deutschen Krebsforschungszentrums zusammen. Auch der 3D-Druck anhand von CT-Aufnahmen hat in die Gerichtsmedizin Einzug gehalten – besonders, wenn es um Schädelverletzungen geht. Am Muster der Verletzungen lässt sich die Anzahl und Richtung der Schläge, ihre Wucht und möglicherweise auch die Form der Waffe erkennen – ohne den Schädel des Verstorbenen präparieren zu müssen. Ein großes Thema im Fachgebiet ist auch die präzise dreidimensionale Darstellung von Unfall- oder Tatorten. Die forensische Toxikologie beschäftigt sich mit dem Nachweis von körperfremden Substanzen (Alkohol, Drogen, Medikamente), um Straftaten oder Todesfälle aufklären zu können.

Immer mehr gerät auch der lebende Mensch in den Fokus: 2012 rief Professor Yen die Gewalt- und Opferambulanz ins Leben, an die sich Betroffene rund um die Uhr zur Sicherung von Gewaltspuren wenden können. Die Ambulanz bietet körperliche Untersuchungen einschließlich der  Dokumentation von Befunden und Sicherung von Spuren an Tätern und Opfern, z.B. nach körperlichen Auseinandersetzungen, Sexualdelikten oder Kindesmisshandlung und -missbrauch.

In unserer Online-Bildergalerie stellen wir die Abteilung vor:

 

 

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