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„Beschäftigte geben ihre Probleme nicht an der Pforte ab“

16. Dezember 2016
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Grit Parker, neue betriebliche Sozialberaterin des Klinikums

Was in großen Wirtschaftsunternehmen schon länger gang und gäbe ist, sucht man in den meisten Krankenhäusern in Deutschland noch vergebens: Das Angebot einer betrieblichen Sozialberatung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nicht so am Universitätsklinikum Heidelberg, wo Grit Parker (siehe Foto) seit Juli 2016 Ratsuchenden zur Seite steht. Wir haben uns mit der Sozialpädagogin über die neu geschaffene Stelle unterhalten.

Warum braucht das Universitätsklinikum eine betriebliche Sozialberatung?

Parker: Der Erfolg unseres Klinikums hängt ganz entscheidend von dem Wohlbefinden und der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten ab. Doch Beruf und private Situation lassen sich nicht immer voneinander trennen. Die Beschäftigten geben ihre persönlichen Lebensumstände ja nicht an der Pforte ab, wenn sie morgens zum Dienst kommen. Nicht immer läuft alles nach Plan, es gibt einschneidende Lebensereignisse oder Krisen, die einen aus der Bahn werfen können. Mit diesen Problemen können sich die Menschen zukünftig an mich wenden.

Welche Probleme können das sein?

Parker: Alles, was die Beschäftigten belastet. Dazu gehören z.B. Konflikte am Arbeitsplatz, eine finanzielle Schieflage, Suchtprobleme, aber auch Konflikte in der Ehe oder bei der Kindererziehung oder die drohende Pflege von Angehörigen.

Wie würden Sie Ihren neuen Job in wenigen Worten beschreiben?

Parker: Ich biete den Hilfesuchenden und ihren Angehörigen ein vertrauliches Beratungsangebot für Probleme jeder Art. Ich bin weisungsungebunden, unabhängig und neutral, die Wahrung der Schweigepflicht hat für mich oberstes Gebot. Meine Grundhaltung zeichnet sich durch Achtung, Respekt und Wertschätzung gegenüber allen Beteiligten aus. Ich werde nicht durch Zuruf aktiv, sondern erst, wenn sich die Betroffenen eigenverantwortlich an mich wenden.

Wie können wir uns eine solche Beratung vorstellen?

Parker: Wir besprechen gemeinsam die Situation, suchen nach Ursachen und Lösungen. Oftmals genügt es, den Problemsuchenden konkrete Tipps und Ratschläge zu geben. Dazu gehört auch die Vermittlung interner oder externer Kontakte wie Betriebsarzt, Gleichstellungsbeauftragte, Seelsorge, Ämter, Behörden oder Selbsthilfegruppen. Die Betroffenen müssen das Heft des Handelns allerdings selbst in die Hand nehmen. Ich biete lediglich Hilfe zur Selbsthilfe, zeige also nur Wege und Lösungsmöglichkeiten auf.

Mit welchen Themen wurden Sie bereits konfrontiert?

Parker: Bei einem Beschäftigten ging es im Vorfeld seiner Scheidung um gesetzliche Fragen. Ein anderer sorgte sich um seinen pubertierenden Sohn. Ob Sucht, Pflegebedürftigkeit, Schwerbehinderung oder Sterbefälle in der Familie – es gab und gibt fast kein Thema, mit dem ich nicht konfrontiert werde. Es kommen Menschen aus allen Berufsgruppen, ob aus Ärzteschaft, Pflege, Verwaltung oder der Klinik Service GmbH.

>>Zur Person

Grit Parker arbeitet bereits seit  2010 am Klinikum, wo sie sich im Sozialdienst der Medizinischen Klinik um die Belange der Patienten kümmerte. Ihre neue Arbeit als betriebliche Sozialberaterin, angesiedelt im Geschäftsbereich 1 – Personal, hat sie seit Juli 2016 inne. Prädestiniert für ihre neue Aufgabe ist sie nicht nur aufgrund ihres Studiums zur Diplom-Sozialarbeiterin / -Sozialpädagogin (FH), sondern auch aufgrund ihrer beruflichen Erfahrung: Ursprünglich hat sie die beiden Berufe der Kinderpflegerin und der Erzieherin gelernt, anschließend in Psychiatrien und der Sozialpädagogischen Familienhilfe gearbeitet. Zusätzlich hat Grit Parker eine Ausbildung zur Systemischen Therapeutin (SG, SIS) erfolgreich abgeschlossen. Ihrer neuen Tätigkeit sieht sie voller Freude und Tatendrang entgegen. Ihre Beratung können alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums inkl. der Tochterunternehmen in Anspruch nehmen.

>> Kontakt

Grit Parker

Verwaltungsgebäude, Ebene 01, Zimmer-Nr. 27

Terminvereinbarung unter:

Tel.: 06221 / 56 -7339 oder

E-Mail: grit.parker@med.uni-heidelberg.de

Auch Telefonberatungen sind möglich. Die Beratung kann während der Arbeitszeit in Anspruch genommen werden und findet im Büro in der Verwaltung oder einem anderen Ort der Wahl statt.

 

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